Filmauswahl
zum Wandel von Arbeit und Bildung

Ende der 80er Jahre führt das Mercedes Werk Berlin Marienfelde Gruppenarbeit ein. Die neue Arbeitsform kündigt den Paradigmenwechsel industrieller Produktion an. Der Film "Maschinen contra Menschen" dokumentiert diesen Wandel und ist prägend für unsere filmische Arbeit. Es ist die Idee von einem Lehrfilm, der nicht belehrt, sondern Stoff zur Auseinandersetzung bietet, der Perspektiven erweitern, um Positionen zu entwickeln. Filme entstehen, die aktuelle Themen aufgreifen und zeigen, wie das Neue in die Welt kommt. Der Film "Lerninseln" entsteht Anfang der 90er Jahre. Es ist die Zeit der neuen Ausbildungskonzepte: handlungsorientiert und ausgerichtet am Prozess der Arbeit. Der Film zeigt, wie sich der Paradigmenwechsel in der beruflichen Bildung vollzieht. Die Ausbildung geht zurück in die Produktion, die Auszubildenden sind verantwortlich für das, was sie tun.

Mitte der 90er Jahre wird nicht nur die Arbeitsorganisation, sondern das ganze Unternehmen neu ausgerichtet. Betriebe produzieren nur noch was der Kunde bestellt. Mit der auftragsorganisierten Produktion reagieren Unternehmen wie Mettler Toledo auf den Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Eine aufregende Zeit, wie der Film zeigt. Doch der Wandel industrieller Produktion hat auch Verlierer. Das zeigen die Filme zur einfachen Arbeit. Immer mehr einfache Arbeitsplätze werden verlagert oder durch Automaten ersetzt. Aber auch die Automaten brauchen Arbeitskräfte, aber mit neuen Qualifikationen. Die einfache Arbeit im Wandel. Eine der Folgen: die Meßlatte für einen Ausbildungsplatz liegt immer höher. Und immer mehr Jugendliche sind „nicht ausbildungsreif“. Neue Probleme brauchen neue Lösungen. Wie die aussehen zeigt der Film über ein Berliner Modellprojekt. Zwei aktuelle Filme greifen den Wandel der industriellen Arbeitswelt wieder auf. Viel hat sich verändert seit der Einführung der Gruppenarbeit Ende 80er Jahre.

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